Nachruf Pfr. Firsching

PfrFirschingNachruf

(in einfacher Sprache)

auf Pfarrer Siegfried Firsching
Gründer und Leiter der
Seelsorge für Menschen mit Behinderungen
im Erzbistum Bamberg

 

* 29.06.1938 + 13.05.2016

Siegfried Firsching war in den 80er Jahren Pfarrer in Erlangen-Bruck. Nicht weit von seinem Pfarrhaus hat damals die Lebenshilfe neu gebaut. Die Regnitz-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen entstanden.

Pfarrer Firsching hatte bald Kontakt zu den Bewohnern und ihren Familien. Mit seinem klaren Verstand erkannte er schnell:
Wer ist eigentlich für diese Menschen da, die man „geistig behindert“ nennt?

Ab 1993 hat Pfarrer Firsching dann die Behinderten-Seelsorge aufgebaut.
Er leitete sie im Erzbistum Bamberg bis 2014.
Bald holte er sich Verstärkung: Frau Uschi Pöllmann-Koller.
Beide entwickelten die „ganzheitliche Begleitung“ für Familien mit behinderten Kindern.

Dabei fragte er immer: Was brauchen diese Menschen?
So entstanden die Elternkreise, die Familiensamstage, Eltern-Kind-Gruppen und Arbeitskreise für Kindergärten usw.
Gottesdienste besonders für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien wurden entwickelt. Die Hausbesuche und Beratungen kann man nicht zählen.

Wenige Jahre später brauchte Pfarrer Firsching selbst einen Rollstuhl. Er kam persönlich hinein in die Welt der Menschen mit Behinderungen. Er musste am eigenen Leib solche Erfahrungen machen:

Ich werde nicht beachtet,
man meidet die Begegnung mit mir, ich bin ausgeschlossen,
ich werde bemitleidet
ich bin den anderen fremd.

Das Leben mit seiner Behinderung hat er getragen. Er hat es wirklich angenommen.
So wollte er Jesus Christus nachfolgen.

Durch dieses Beispiel hat er wohl am meisten bewirkt.
Menschen mit Behinderungen fühlten sich mit ihm verbunden.
Er begegnete ihnen auf Augenhöhe und konnte sie tief verstehen. Siegfried Firsching war dabei ganz und gar selbstlos.
Auch im Ruhestand ging sein Einsatz ehrenamtlich weiter.

Er war aber auch ein Fachmann für die Behinderten-Seelsorge.
Deshalb war er viele Jahre Berater der deutschen Bischöfe für diese Arbeit.

Menschen mit Behinderungen sollen eine Heimat in der Kirche haben. Dafür hat Pfarrer Firsching gearbeitet und gelebt.
Jetzt darf er Heimat finden bei Christus, seinem Herrn und Bruder!

 

Dieser Nachruf ist auch als PDF zum Herunterladen erhältlich:

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